WIE JOURNALISTEN LIVE VON TERRORANSCHLÄGEN BERICHTEN

«Angst!» stand am 21. Dezember 2016 mit grossen Buchstaben auf der Titelseite der Bild. «Fürchtet euch nicht!» lautete gleichentags die Überschrift der Berliner Morgenpost. Der Terroranschlag auf einen Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz am Abend des 19. Dezembers traf Deutschland, ja ganz Europa mitten ins Herz. 12 Menschen kamen ums Leben, 56 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Zahl der Terroranschläge in Europa, der Todesopfer und Verletzten im Jahr 2016 ist erschreckend:

Jahr 2016

Terroranschläge

Todesopfer

Verletzte

Der Anschlag in Berlin wurde selbstverständlich im In- und Ausland zum medialen Grossereignis. Und er veranschaulichte, wo die Stärken und Schwächen der Liveberichterstattung im digitalen Zeitalter liegen. Doch wie soll sich ein Reporter vor Ort verhalten? Wie muss die Redaktion reagieren? Ein Blick in Ethik-Kodizes aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, dass dies nur vage festgehalten wird. Dieses Projekt will dieses Desiderat beseitigen und mittels Leitlinien und Dos and Don’ts eine Diskussionsgrundlage schaffen, wie bei Terroranschlägen oder ähnlichen Ereignissen in Zukunft vorgegangen werden soll. Dazu haben wir mit Reportern und Experten gesprochen sowie die mediale Diskussion im Anschluss an den Terroranschlag verfolgt.

Folgende Storymap soll einen Überblick über die Terroranschläge in Europa in den letzten 16 Jahren liefern. Das Jahr 2001 wurde als Startpunkt gewählt, weil die Liveberichterstattung stark durch das Attentat am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York geprägt wurde. Den Endpunkt bildet der Anschlag in Berlin vom 19. Dezember 2016.