Dos & Don’ts

«Die Medien müssen ihre Eigenverantwortung wahrnehmen, der gesunde Menschenverstand ist gefragt.»

Fabien Merz, Researcher

«Wenn wir Dinge rauslassen, die ungeprüft sind und sich im Nachhinein als falsch erweisen, schaden wir uns enorm – gerade in der heutigen Zeit, in der ‚Fake News‘ ein grosses Thema sind.»

Tristan Brenn, Chefredakteur SRF

«Einen sachlichen Ton und Sprachstil auch bei stressbeladenen Ereignissen zu behalten, erleichtert unsere Arbeit. Objektive Berichterstattung trägt dazu bei, die Situation zu versachlichen.»

Daniel Heinke, Leiter Landeskriminalamt Bremen

«Ich halte es für ganz furchtbar, Bekennervideos weiterzuverbreiten, weil diese Nachahmungstäter beflügeln könnten und über solche Bekennervideos auch Botschaften laufen.»

Anton Sahlender, Medien-Ombudsmann

von Daniel Heinke | Leiter Landeskriminalamt Bremen

«Die Propagandaabteilung des IS will immer auch Bilder geliefert erhalten, welche die Schwächen von Staaten und der westlichen Gesellschaft symbolisieren, beispielsweise wenn Sicherheitskräfte am Weinen sind.»

Fabien Merz, Researcher

«Einfach nur draufhalten ist schon deshalb nicht sinnvoll, weil der Effekt gering ist, der dadurch möglich ist. Eine Stunde am Tatort stehen und Ratlosigkeit zu verbreiten, hilft nichts.»

Friederike Ursprung, Seelsorge-Expertin

«Bei dem Täter in Berlin, nach dem gefahndet wurde, war es logisch, dass man dessen Bild veröffentlicht – allein um den Leuten zu zeigen, wie der aussieht, falls man den auf der Strasse sieht.»

Jessica von Duehren, Reporterin

«Lieber noch ein bis zwei Minuten abwarten und Nachprüfungen anstellen, statt direkt eine Eilmeldung rauszugeben. Hier gilt Genauigkeit vor Schnelligkeit.»

Friederike Ursprung, Seelsorge-Expertin

«Das Problem beim Livestreaming ist, man weiss nie, was kommt. Wir haben den Anspruch, dass das, was wir über den Sender lassen, nicht kommentarlos geschieht, sondern von uns eingeordnet wird.»

Tristan Brenn, Chefredakteur SRF

«Bei Grossaufgeboten keine Bilder der Aufstellung der Polizei verbreiten. Genau dies sind Informationen, die für die Täter relevant sein könnten.»

Daniel Heinke, Leiter Landeskriminalamt Bremen

«Ich vermisse, dass ethische Massstäbe weiter gepflegt werden, im Laufe der Digitalisierung ist vieles verloren gegangen. Wegen dem Online-Journalismus wird selbst das bravste Medium zum Boulevard-Medium, weil es vorwiegend um Reichweite geht.»

Anton Sahlender, Medien-Ombudsmann

von Daniel Heinke | Leiter Landeskriminalamt Bremen

«Es geht darum, journalistische Inhalte herüberzubringen und das sollte man eigentlich immer in Absprache mit der Redaktion tun.»

Philipp Weber, Videojournalist

«Ein Problem ist, wenn Medien den Terroristen eine Plattform bieten, um sich zu inszenieren und zu profilieren.»

Fabien Merz, Researcher

«Attentate haben immer auch zum Ziel, propagandistisch zu wirken. Dem wollen wir entgegenwirken, in dem wir die Namen und die Bilder der Attentäter bewusst nicht publizieren.»

Tristan Brenn, Chefredakteur SRF

«Gewalt-Bilder dürfen auf keinen Fall sensationslustig ins Internet gestellt werden.»

Anton Sahlender, Medien-Ombudsmann

«Dem Leid eine Stimme zu geben, halte ich für richtig.»

Friederike Ursprung, Seelsorge-Expertin